Rennfietsen auf Spendentour durchs Münsterland

1. Etappe der RennFietsen Tour 2012 am 17. Mai 2012

MÜNSTER – Vier Tage Dauerstrampeln, 600 Kilometer auf dem harten Sattel eines Rennrades – was für die meisten Alltagsradler nur nach Muskelkater klingt, zaubert den gut 90 Rennradfahrern, die sich am Himmelfahrtstag zum Start ihrer Rennfietsen-Tour am Flughafen Münster-Osnabrück treffen, ein erwartungsfrohes Lächeln auf die Lippen. Auch, weil es um die gute Sache geht.

Vom Flughafen Münster-Osnabrück über Altenberge, Haltern und Ahaus liegen jeden Tag etwa 150 Kilometer zwischen Startpunkt und Etappenziel. Der Gedanke an den guten Zweck der Tour hilft gegen müde Beine.

Ganz entspannt und familiär geht es zu unter dem grauen Radarturm neben der FMO-Startbahn. Das markante Bauwerk bildet den Startpunkt einer viertägigen Rennrad-Tour, bei der es weder um den verbissenen Kampf gegen die Stoppuhr noch ums stumpfe Kilometer fressen geht. „Das hier ist einfach herzerfrischend“, sagt Heiner Jannig und seine Augen strahlen hinter der Sonnenbrille.

„Die Stimmung ist super und man sieht immer bekannte Gesichter und lernt Gleichgesinnte kennen.“ Es geht um den Spaß an der gemeinsamen Sache. Doch fast noch wichtiger ist der Benefiz-Gedanke der Tour. Denn die Radler fahren für Geld. Jeden einzelnen Kilometer haben sich Freunde, Firmen oder Verwandte etwas kosten lassen. Der Erlös fließt direkt an zwei Stiftungen. Das Netzwerk Roter Keil kämpft gegen Kinderprostitution und Kinderpornografie.  Dank Agapedia werden Projekte zugunsten hilfsbedürftiger Kinder in Deutschland und Osteuropa aufgebaut.

Mehr als 19500 Euro?

Auch der Ehrgeiz, die Spendensumme von rund 19500 Euro aus dem vergangenen Jahr noch zu übertreffen, kann helfen gegen müde Beine. Kurz vor dem Start ist das Gepäck schon im Begleitfahrzeug verstaut. Überall auf dem kleinen Vorplatz stehen und liegen die bunten Sporträder herum. An einem Klapptisch gibt es den Klassiker unter den Sportlersnacks, Wasser und Bananen.

Die Sonne scheint, aber noch ist die Luft kühl. „Dann hoffen wir mal, dass wir heute noch irgendwann die Beinlinge ausziehen können und so radeln, wie uns allen das gefällt“, sagt Joachim Wechner vom Radsportteam Agapedia, das gemeinsam mit dem Verein Münsterland die Ausfahrt organisiert. Denn viel mehr als Sonne und trockenen Asphalt braucht es nicht für eine gelungene Tour. „Unsere Philosophie ist die Einfachheit“, sagt Wechner.

Übernachtung in Turnhallen

Die Rennfietsen-Tour ist kein Luxus-Trip mit Hotelübernachtung und Wellnessangebot. Schlafen werden die Teilnehmer auf dieser Reise in Turnhallen und anderen schlichten Unterkünften. „Ich hoffe, ihr habt euch alle Teller und Besteck mitgebracht“, sagt der Tourleiter. Auch die Art der Verpflegung ist eher rustikal. Für die Teilnehmer macht gerade das den Charme der Tour aus. Etliche unter den Radfahrern sind schon zum wiederholten mal dabei. Auch Astrid Leifhelm und ihr Mann Ralf sind Rennfietsen-Veteranen.

„Es ist schon auch eine sportliche Herausforderung“, sagt die Münsteranerin. „Aber es ist toll, wenn man es am Ende geschafft hat.“ Gleich mit der Königsetappe beginnt der Vier-Tages-Trip. Denn auf der Strecke über Leeden, Hopsten und Salzbergen bis zum Etappenort Altenberge erhebt sich sogar das sonst so platte Münsterland.

Doch auch hier geht es bei der Rennfietsen-Tour nicht um ein Bergtrikot, sondern um die Ehrenstartnummer für besonderen Teamgeist. Vier Fahrer werden sie bis Sonntag einmal getragen haben. Dann fährt der Tross vor Münsters Stadtschloss vor.

Quelle: Münstersche Zeitung, Annette Waschbüsch
http://www.muensterschezeitung.de/lokales/muenster/Rennfietsen-auf-Spendentour-durchs-Muensterland;art993,1650046