In der Stadthalle wartet die warme Dusche

Ochtrup – 60 Fahrer, vier Etappen und 600 Kilometer – das ist die Rennfietsen-Tour Münsterland, deren Teilnehmer am Donnerstag in der Ochtruper Stadthalle ihr Nachtlager aufgeschlagen haben. In diesem Jahr durchqueren die Radler das Münsterland auf der 100-Schlösser-Route, unterstützt durch die Etappenorte Münster, Och-trup, Ostbevern und Velen sowie viele Sponsoren und Gönner. Neben dem Spaß am Sport sammeln die Teilnehmer nämlich Geld für einen guten Zweck.

„Jeder Fahrer sucht sich im Vorfeld im Bekanntenkreis oder bei ortsansässigen Firmen Sponsoren, die ihm pro gefahrenem Kilometer einen zuvor ausgehandelten Geldbetrag zahlen. Bei einer Strecke von 600 Kilometern und knapp über 60 Fahrern kommt da einiges zusammen“, berichtet einer der Teilnehmer. Der Verein Münsterland als zentraler touristischer Dienstleister in der Region und das Jedermann-Team Agapedia veranstalten die Tour zum zweiten Mal, um damit gemeinnützige Projekte zu unterstützen. In diesem Jahr sind das zum einen die Agapedia-Stiftung von Jürgen Klinsmann, die besonders in Osteuropa bei der Förderung notleidender Kinder aktiv ist, sowie das Netzwerk „Roter Keil“, das sich der Bekämpfung von Kinderprostitution und Kinderpornografie verschrieben hat.

„Wenn man mit seinem Hobby Kindern helfen kann, spornt das natürlich noch mehr an als bloßer sportlicher Ehrgeiz. Man will dann natürlich unbedingt mithalten, um am Ende einen möglichst hohen Betrag rauszufahren“, erklärt Berthold Doods aus Südlohn. Er ist zusammen mit drei Freunden unterwegs. Auch ein paar Ochtruper Fahrer sind dabei, unter ihnen Dirk Grönig vom RSC Ochtrup. „Vor allem das Fahren in der Gruppe und das abendliche Zusammensein in der Unterkunft machen großen Spaß. Dass man so auch noch hilfsbedürftige Kinder unterstützt, ist eher ein schöner Nebeneffekt“, betont er.

Bürgermeister Kai Hutzenlaub, der die Gruppe in der Stadthalle begrüßt, lobt den Sportsgeist und wünscht den Fahrern viel Erfolg für die nächsten anstrengenden Tage. Dafür hoffen alle auf etwas mildere Temperaturen. Denn bei der Ankunft am späten Donnerstagnachmittag sind die meisten Teilnehmer ziemlich durchgefroren und freuen sich sowohl auf eine warme Dusche als auch auf eine Mahlzeit. Dann geht es früh zum Schlafen auf die mitgebrachten Isomatten. Denn am nächsten Tag sind einige Höhenmeter zu bewältigen.

Lange währt der Aufenthalt in Ochtrup nicht. Am Freitag um 9.30 Uhr zieht die Karawane weiter. Ostbevern ist das Ziel an diesem Tag.

Insgesamt vier Tage ist der Tross auf Tour. Zum Abschluss steht Münster auf dem Programm. In der Westfalenmetropole werden die Radfahrer im Rahmen des Eurocityfestes empfangen.

Quelle: Tageblatt für den Kreis Steinfurt, Lisa Zanders
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Ochtrup/2010/05/Ochtrup-Rennfietsen-Tour-In-der-Stadthalle-wartet-die-warme-Dusche