Category Archives: RFT 2011

Absitzen nach 160 Kilometern

2. Etappe der RennFietsen Tour 2011 am 03. Juni 2011

Metelen – „Viel Wind, viel Sonne.“ Knapp beschreibt Hartmut Hoppe die Verhältnisse auf der 160 Kilometer langen Strecke von Senden über Heiden, Velen, Billerbeck und Havixbeck bis nach Metelen. Der 48-Jährige aus Münster ist froh, auf dem Metelener Sendplatz erstmal aus dem Sattel steigen zu können.
Zusammen mit 80 weiteren Radsportfreunden ist er an diesem Freitagabend in der Vechtegemeinde angekommen. Sie alle wollen in vier Tagen 600 Kilometer für den guten Zweck radeln – bei der Rennfietsen-Tour durchs Münsterland.
„Ich fahre Rennrad als Ausgleich zu meinem Beruf. Zu fahren und gleichzeitig was Gutes tun zu können – das ist der Grund, warum ich mitmache“, erzählt Hoppe.
Für Elisabeth Stricker ist es zudem „unheimlich spannend“, dabei zu sein. Denn die Strecke und das Fahren in der Gruppe ist für sie auch eine sportliche Herausforderung. Die ist für diesen Tag zumindest geschafft.
Dr. Ulrich Klisa, stellvertretender Bürgermeister, begrüßt die Radler auf dem Sendplatz. „Ich kann gut nachvollziehen, wie Ihr Euch jetzt fühlt. Ich fahre selbst Rennrad“, sagt er und erntet Applaus für seine Ankündigung: „Ihr braucht heute nichts mehr machen.“ Das bezieht sich auf das anschließende Grillen an der Turnhalle an der Walkenmühle. In der Halle verbringen die Sportler die Nacht. Vor dem Gebäude steht eine Grillstation der Firma Fleischerei und Party-Service Fremann, die das gesamte Grillgut sowie Salat für die Sportler stiftet. Dahinter werden sich an diesem Abend die Mitglieder des Radsportvereins Metelen postieren und die Tour-Teilnehmer versorgen – soweit sie nicht selbst erst einmal duschen müssen. Denn zehn der Radler sind den Gästen bis Billerbeck entgegen gefahren und haben sie dann bis nach Metelen begleitet.
Zunächst richtet auf dem Sendplatz aber Joachim Wechner das Wort an die Teilnehmer. „Alle Achtung, ihr seid gut gefahren“, lobt er und verspricht für den nächsten Tag einige Berge. Dann geht es nämlich von Metelen aus über Salzbergen, Recke, Ibbenbüren, Tecklenburg, Lengerich, Hagen und Bad Iburg nach Lienen, bevor die Radler am Sonntag in Münster erwartet werden. Für heute ist aber Schluss, bis auf eine winzige Ausnahme: Bis zu ihrem Nachtquartier an der Walkenmühle müssen die Fahrer vom Sendplatz aus noch selber strampeln.

Quelle: Tageblatt für den Kreis Steinfurt, Linda Braunschweig
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Metelen/2011/06/Metelen-Absitzen-nach-160-Kilometern

Strampeln für einen guten Zweck

2. Etappe der RennFietsen Tour 2011 am 03. Juni 2011

Altenberge – Die hupenden Begleitfahrzeuge kündigten den Tross an und mit rund 70 Minuten Verspätung erreicht die „Rennfietsen-Tour Münsterland 2011“ den Altenberger Marktplatz. „Altenberge ist schließlich ein Hügeldorf“, schmunzelte Bürgermeister Jochen Paus am Freitagnachmittag bei der Begrüßung der gut 60 Rennradfahrer. Aber die leichten Steigungen Richtung Altenberge hatten die Gruppe auf dem Weg von Senden über Olfen, Reken, Velen, Billerbeck und Havixbeck nicht aufgehalten. „Der Wind bläst ganz schön“, begründete die Altenberger Lokalmatadorin Annika Wechner (geborene Grübner) die Verzögerung. Die erfolgreiche Amateurrennradfahrerin, Deutsche Hochschulmeisterin und World-Cup- Gewinnerin hatte sichtlich Spaß an der Veranstaltung und freute sich, „bei Sonnenschein für einen guten Zweck durchs heimatliche Münsterland zu strampeln“.

Die viertägige Benefiz-Radtour, die am Donnerstag am FMO begonnen hatte und über 600 Kilometer quer durchs Münsterland führte, stand unter dem Motto „Kinder brauchen starke Partner“. Ziel der Veranstaltung war es, möglichst viele Spendengelder für die Stiftungen „roterkeil.net“ und Agapedia zu sammeln. Das Netzwerk „roterkeil“ kämpft gegen Kinderprostitution und Kinderpornografie, die von Jürgen Klinsmann gegründete Agapedia baut Projekte zur Förderung hilfsbedürftiger Kinder in Deutschland und Osteuropa auf.

Mit der diesjährigen Tour engagierten sich das Radteam Agapedia Münsterland und der Münsterland e.V. bereits zum dritten Mal für die beiden Organisationen. „13 000 Euro sind bereits überschritten“, freute sich Rennleiter Joachim Wechner in der Hoffnung auf weitere Spenden.

Der Zwischenstopp auf dem Altenberger Marktplatz war bald beendet. „Jetzt geht`s mit gemütlichen 28 km/h weiter“, meinte der Rennleiter und Bürgermeister Paus schickte die Radfahrer mit den besten Wünschen auf die Strecke nach Metelen, wo das nächste Etappenziel wartete.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Rudolf Rickers
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Altenberge/2011/06/Altenberge-Strampeln-fuer-einen-guten-Zweck

Den Berg mit Leichtigkeit bewältigt

2. Etappe der RennFietsen Tour 2011 am 03. Juni 2011

Billerbeck – Wer glaubt ein E-Bike sei ein Fahrrad mit Hilfsmotor und nur etwas für graue Panther und Trevira-Jackenträger, der ist auf dem Holzweg. Beim „Pedelex“ (pedal electric cycle) handelt es sich auch nicht um die moderne Version einer Solex (Mofa). Vielmehr präsentiert sich hier ein modernes Zweirad, das bei Bedarf die Muskelkraft des Pedalritters mit elektrischem Rückenwind unterstützt.
Neugierige sowie Ungläubige erhielten gestern auf der Pättkestour von Schöppingen nach Billerbeck, die die RWE Deutschland organisierte, die Möglichkeit, diese Stahlrösser auf Herz und Nieren zu prüfen.

Die Handhabung ist kinderleicht. Die Einführung in die Technik beschränkt sich auf die Erklärung von drei Tasten: Ein-Aus, Plus, Minus. Das Rad mit 24-Gang-Getriebe fährt sich zunächst wie ein normales Tourenrad. Kaum ist das Ortsausgangsschild von Schöppingen passiert, zieht einer der Teilnehmer – bergan – schon flott an der Truppe vorbei. Ein gut konditionierter Angeber, der sich mächtig ins Zeug legt? „Einfach Stufe vier einstellen“, rät Wilhelm Emmerich, Leiter der Billerbecker RWE-Betriebsstelle, lachend. Guter Tipp. In der Tat: Der nächste Tritt in die Pedale beschleunigt das Gefährt wie von Geisterhand. Das, was gerade noch als Steigung registriert wurde, ist ruckzuck bewältigt.

Auch wenn sich die Gerste auf den Feldern am Schöppinger Berg mächtig im Wind wiegt, ist diese Erhebung mit Leichtigkeit genommen. Zwischen 35 und 75 Kilometer reicht eine Akkuladung, die etwa eine viertel Kilowattstunde ausmacht. „Ein günstiges Vergnügen, bei etwa 20 Cent für eine kw/h)“, rechnet Ingrid Meering vom RWE Regionalzentrum Münster vor.

Und: Die Benutzung des E-Bikes bedeutet nicht, dass sein Fahrer für sich automatisch die Möglichkeit der Fettverbrennung ausschließt. „Es ist damit einfach, den Aktionsradius zu erweitern“, schwärmt Dietmar König, Leiter des RWE-Regionalzentrums Münster, der seine Frau mit dabei hat, um sie mit den Vorteilen des „E-Bikens“ vertraut zu machen. „Sie glaubte bislang, dass die sportliche Komponente dabei zu kurz kommt.“

Das Hinzu- und Ausschalten ist schnell, geräusch- und stufenlos gemacht. Auf halber Strecke beginnt untereinander so langsam der Vergleich. Nur noch zwei Balken im Akku-Display mahnen, langsam mit der Elektroreserve zu haushalten. Nach 35 Kilometern ist schnell ausgemacht, wer selber ordentlich in die Pedale getreten hat und wer sich weniger anstrengte.

Bürgermeisterin Marion Dirks ließ sich – trotz Kleid – schnell zu einer kurzen Testfahrt auf dem RWE-Gelände in Billerbeck überreden. Fazit: „Einfach klasse“, so die Bürgermeisterin. „Das hätte ich früher gerne bei langen Ausflügen mit den Kindern hinten drauf gehabt“.

Die wahren Helden – die Teilnehmer der Rennfietsentour, die an diesem langen Wochenende in vier Tagen 600 Kilometer zurücklegen – machten ebenfalls hier Station. Das Angebot von ihren Rennmaschinen auf E-Bike umzusteigen, lehnten sie selbstverständlich dankend ab. Kommentar: „Vielleicht mal in zehn Jahren.“ Und trotzdem nutzten einige von ihnen die Pause – nach bereits 115 zurückgelegten Kilometern – das Gefährt der anderen Art zu testen. Nur mal eben so.

Quelle: Allgemeine Zeitung (Coesfeld), Ulla Wolanewitz
http://www.wn.de/Archiv/2011/06/Coesfeld-alle-Meldungen-Den-Berg-mit-Leichtigkeit-bewaeltigt

Bericht auf wm.tv

2. Etappe der RennFietsen Tour 2011 am 03. Juni 2011

Der folgende Bericht wurde von wm.tv während der 2. Etappe 2011 aufgezeichnet:

Quelle: wm.tv (http://www.wmtv-online.de)

Zieleinfahrt ohne Verlierer

1. Etappe der RennFietsen Tour 2011 am 02. Juni 2011

Senden – Helm an Helm, die Blicke durch die dunkle Brille auf den Nebenmann, weit ausladende Bewegungen des Gefährts unter dem Körper: Doch als die Rennfietsen-Tour am Christi Himmelfahrtstag zur Zieleinfahrt auf den Sendener Rathausplatz einbog, konnte man die typischen Bildern eines Radrennens nicht beobachten. Die Fahrerinnen und Fahrer schielen auf keine Platzierung, sondern verfolgen ein höheres Ziel. Der stellvertretende Bürgermeister Alfons Hues begrüßte „Sportler, die nicht nur Sieg oder Niederlage kennen“.
Die Kinderhilfe-Stiftungen Agapedia und Roter Keil haben in Zusammenarbeit mit dem Regionalinitiative Münsterland e.V. diese Tour auf die Beine gestellt, die unter dem Motto „Kinder brauchen starke Partner“ unterwegs ist.

Jeder Kilometer bringt bares Spendengeld. Im dritten Jahr dieser Rundfahrt wollen die Organisatoren den 16 000-Euro-Rekord des vergangenen Jahres zumindest einstellen.

Das Konzept sieht dabei eine viertägige Tour durch das Münsterland vor, deren erste Etappe in Senden endete. Gut gelaunt stiegen die Pedalhelden von ihren Sportgeräten und bedienten sich am Rathaus bereitgestellter Bananen und Wasser. Denn wichtig ist: Die Organisatoren schießen keinen eigenen Betrag dazu, Gemeinden und Sponsoren tragen die Rundfahrt. Und das funktionierte in Senden optimal, weil sich die örtliche Geschäftswelt erheblich engagierte.

Nach dem Empfang am Rathaus brach das Teilnehmerfeld zur Steverhalle auf, wo bereits das Kaffeemobil wartete und später ein Abendessen der Gemeinde aufgetischt wurde. Bereits vorher wurde die Halle zum riesigen Schlafsaal umgewandelt. Und schon während der Fahrt zeigte sich Senden spendabel. Der 2. Vorsitzende des Roten Keils, Christoph Schludecker, hob hervor: „Praktisch die ganze Verpflegung während der Fahrt ist von Sendener Geschäftsleuten bereitgestellt worden.“

Diese gute Versorgung haben sich die Sportler aber auch verdient. Das von persönlichen Unterstützern eingenommene Geld geht komplett an die Stiftungen. Was die Fahrer zurückerhalten, ist allerdings ebenfalls beachtlich: „Wir werden überall mit offenen Armen empfangen, jede Gemeinde lässt sich etwas Besonderes einfallen“, freute sich Volker Schwarz, Gründer des Hobbyradsportteams Roter Keil, das auch in die Streckenplanung involviert war.

Das Team unterstützt das vom ehemaligen Sendener Kaplan Dr. Jochen Reidegeld gegründete Netzwerk gegen Kinderprostitution, Roter Keil. Es fuhr bei der Ankunft in Senden entsprechend „geschlossen vorweg, weil es ja quasi ein Heimspiel in der Gemeinde hat“, erklärte Pressesprecherin Carmen Gunia. Ein bezeichnendes Bild für die gute Organisation der Rundfahrt.

Die entlastet vor allem Fahrerinnen und Fahrer. Der Sendener David Dapper lobt die „gute Stimmung im Team“ und eine „super Organisation“. Doch schaut er den drei kommenden Etappen auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Bereits um zehn Uhr ging es am Freitagmorgen wieder auf den Sattel, um fünf Uhr nachmittags war die Ankunft in Metelen geplant. Dabei hatte Dapper schon am Christi Himmelfahrtstag die Erfahrung gemacht: „Die letzten 30 Kilometer hat der Hintern schon geschmerzt.“

» Die Rennfietsen-Tour endet nach vier Etappen und rund 600 Kilometern am Sonntag auf dem Eurocityfest in Münster.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Niklas Wieczorek
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Senden/2011/06/Senden-Rennfietsen-Tour-Zieleinfahrt-ohne-Verlierer